Künstliche Intelligenz übernimmt Aufgaben, Kunden verhandeln über Preise, Suchmaschinen verändern ihre Spielregeln und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Wer heute ein Unternehmen führt, braucht neben Fachwissen vor allem eines: die Bereitschaft, Gewohntes zu hinterfragen. Genau darum ging es bei der bsw-Konferenz PLUS am 28. und 29. Oktober 2026 in Berlin.

Die Erfolge von morgen heute vorbereiten

Die Zukunft kommt bekanntlich von allein. Ob man auf sie vorbereitet ist, steht auf einem anderen Blatt. Grund genug für den Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V. (bsw), bei seiner Konferenz PLUS einen Blick über den Beckenrand des Tagesgeschäfts zu werfen. Im Hotel Maritim proArte trafen sich Branchenvertreter, Experten und 62 ausstellende Unternehmen, um über aktuelle Herausforderungen, neue Technologien und unternehmerische Perspektiven zu diskutieren. Dabei zeigte sich: So unterschiedlich die Themen auch waren, letztlich ging es immer um dieselbe Frage. Wie können Unternehmen heute die Voraussetzungen schaffen, um auch morgen erfolgreich zu sein?

Der Preis ist heiß. Aber nicht alles.

Dass wirtschaftlicher Erfolg nicht zwangsläufig mit dem günstigsten Angebot beginnt, machte Roman Kmenta deutlich. Der Experte für Preisgestaltung und Wertverkauf warb dafür, Leistungen selbstbewusst zu präsentieren, statt bei Preisverhandlungen vorschnell nachzugeben. Eine Botschaft, die gerade für den Schwimmbadbau relevant ist. Denn individuelle Planung, hochwertige Technik und handwerkliche Qualität haben ihren Wert. Und den sollte man Kunden erklären können, bevor man über Nachlässe spricht. In seinem Workshop ,,Wertvoll statt billig" lieferte Kmenta das passende Rüstzeug für die Praxis. Sein Buch ,,Nicht um jeden Preis" gab es gleich dazu.

Roman Kmenta

Roman Kmenta

Doch wer seine Preise kennt, weiß noch lange nicht, wohin die unternehmerische Reise gehen soll. Hier setzte Moritz Weissman von Weissman Consulting an. Er plädierte dafür, sich nicht ausschließlich vom Tagesgeschäft bestimmen zu lassen, sondern langfristige Ziele zu formulieren und konsequent zu verfolgen. Strategie sei keine theoretische Pflichtübung, sondern die Grundlage dafür, auch unter veränderten Marktbedingungen erfolgreich zu bleiben. Wie sich dieser Anspruch in konkrete Maßnahmen übersetzen lässt, zeigte Weissman in einer vertiefenden Session.

Dass gute Strategien allein noch keine guten Entscheidungen garantieren, erläuterte Professor Dr. Peter Witt von der Bergischen Universität Wuppertal. Unter dem Titel ,,So bleibt der Mittelstand wettbewerbsfähig" beschäftigte er sich mit unternehmerischen Entscheidungen in unsicheren Zeiten. Denn eines ist sicher: Die Zukunft ist es nicht. Umso wichtiger sind fundierte Entscheidungen, die auch dann Bestand haben, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern. Passend dazu konnten die Teilnehmer sein Buch ,,Besser entscheiden in unsicheren Situationen" mitnehmen.

Professor Peter Witt

Professor Peter Witt

Ein neuer Mitarbeiter, der keine Visitenkarte braucht

Besonders viel Zukunft steckte im Thema künstliche Intelligenz. Dr. Andreas Kohne, bereits zum dritten Mal beim bsw zu Gast, zeigte, wie schnell sich die Möglichkeiten der Technologie entwickeln. Während bei seinen früheren Auftritten noch der Einstieg in die KI-Welt im Vordergrund stand, ging es diesmal um den nächsten Schritt: künstliche Intelligenz als Mitarbeiter. Digitale Assistenten können zunehmend eigenständig Aufgaben übernehmen, Informationen verarbeiten und Arbeitsprozesse unterstützen. Welche Möglichkeiten sich daraus für mittelständische Unternehmen ergeben, erläuterte Kohne in seinem Vortrag. Im anschließenden Workshop konnten sich die Teilnehmer selbst mit der Entwicklung eines KI-Mitarbeiters beschäftigen. Ob der neue Kollege künftig auch an Betriebsfeiern teilnimmt, blieb offen. Fest steht allerdings, dass sich Unternehmen mit dem Thema beschäftigen sollten. Denn KI entwickelt sich zunehmend vom interessanten Experiment zum praktischen Werkzeug.

Dr. Andreas Kohne

Dr. Andreas Kohne

Wo digitale Technologien neue Möglichkeiten eröffnen, entstehen allerdings auch neue Gefahren. Dr. Alexander Krause nahm deshalb die Schattenseiten der Digitalisierung unter die Lupe. Cyberkriminalität, Phishing und sogenannte Prompt Injections gehören zu den Risiken, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen. Dass nicht alle betrieblichen Risiken digitaler Natur sind, verdeutlichte Rechtsanwalt und Notar Andreas Kellner. Er widmete sich den rechtlichen Unterschieden zwischen Gewährleistung und Garantie und erläuterte, worauf Unternehmen im Umgang mit Mängeln und Kundenansprüchen achten müssen. Zwei Themen, die auf den ersten Blick wenig miteinander verbindet. Auf den zweiten schon: Wer Risiken kennt, kann sich besser vor ihnen schützen.

Wenn die Suchmaschine selbst die Antwort gibt

Auch die Kundenkommunikation befindet sich im Wandel. Martin Bongardt und Stefan Kiss von pixel relations zeigten, dass es künftig nicht mehr ausreicht, bei Google möglichst weit oben zu erscheinen. Denn immer häufiger beantworten KI-Systeme Fragen direkt, ohne dass Nutzer überhaupt noch eine Website besuchen. Neben der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) gewinnt deshalb die Generative Engine Optimization (GEO) an Bedeutung. Für Unternehmen stellt sich damit eine neue Herausforderung: Wie schafft man es, nicht nur von Menschen, sondern auch von künstlicher Intelligenz gefunden und als relevante Informationsquelle berücksichtigt zu werden? Welche Konsequenzen sich daraus für die Online-Kommunikation ergeben, erläuterten die beiden Experten in ihrem Workshop.

Dass digitale Aufmerksamkeit nicht nur mit Texten, sondern auch mit bewegten Bildern gewonnen wird, zeigte Mirjam Schrepler von FuZo Marketing. Ihre Reel-Werkstatt war ausdrücklich zum Mitmachen gedacht. Statt nur über Social Media zu sprechen, konnten die Teilnehmer selbst kurze Videos produzieren und sich mit den Besonderheiten des Instagram-Algorithmus beschäftigen. An geeigneten Motiven dürfte es der Schwimmbadbranche kaum fehlen. Die Herausforderung liegt eher darin, faszinierende Poollandschaften, innovative Technik und handwerkliche Leistungen so in Szene zu setzen, dass die Aufmerksamkeit nicht schon nach wenigen Sekunden wieder verschwunden ist.

bsw-Kunferenz Plus

Großes Interesse - der Saal war gut gefüllt

Eine Branchenidee mit internationaler Strahlkraft

Neben neuen Technologien und unternehmerischen Herausforderungen kam auch ein bewährter Branchentreffpunkt zur Sprache: die aquanale. Bettina Frias von der Koelnmesse, die die internationale Fachmesse seit ihren Anfängen begleitet, gab einen Ausblick auf die nächste Ausgabe vom 26. bis 29. Oktober 2027 in Köln. Was 2003 auf Initiative der bsw-Mitgliedsunternehmen ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einer bedeutenden internationalen Plattform für Schwimmbad und Wellness entwickelt. Ein Beispiel dafür, dass sich aus einer guten Idee und konsequenter Weiterentwicklung etwas Dauerhaftes schaffen lässt.

Analog kann auch Zukunft

Bei aller Begeisterung für digitale Technologien wurde in Berlin eines besonders deutlich: Der persönliche Austausch bleibt ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Branchenarbeit. Die begleitende Ausstellung mit 62 Unternehmen bot Gelegenheit, Produkte und Lösungen kennenzulernen, Geschäftskontakte zu pflegen und neue Verbindungen zu knüpfen. Das Veranstaltungskonzept mit kurzen Wegen zwischen Ausstellung, Vortragsräumen und Catering erwies sich dabei als ausgesprochen kommunikativ. Und auch der gemeinsame Abend zeigte, dass die interessantesten Gespräche nicht zwangsläufig während eines offiziellen Programmpunkts stattfinden. Während in den Vorträgen über digitale Mitarbeiter, Algorithmen und Automatisierung gesprochen wurde, funktionierte das Netzwerken ganz traditionell: von Mensch zu Mensch.

bsw-Kunferenz Plus 2026

Get together in der Ausstellung

bsw-Kunferenz Plus

Gute Gespräche in lockerer Atmosphäre

bsw-Kunferenz Plus

Gute Laune bei den Teilnehmern

Viel Input. Und jetzt?

Zwei Tage, zahlreiche Impulse und eine Fülle an Anregungen für den Unternehmensalltag: Die bsw-Konferenz PLUS bot keine Patentrezepte für die Zukunft. Die gibt es schließlich nicht. Stattdessen zeigte sie unterschiedliche Wege auf, wie Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, neue Technologien nutzen und sich auf veränderte Marktbedingungen einstellen können. Dabei wurde deutlich, dass sich wirtschaftlicher Erfolg nicht auf eine einzelne Maßnahme reduzieren lässt. Gute Preise brauchen überzeugende Leistungen. Erfolgreiche Unternehmen benötigen klare Strategien. Digitalisierung verlangt neben Offenheit auch Sicherheitsbewusstsein. Und moderne Kundenkommunikation muss sich ständig weiterentwickeln. Vor allem aber braucht es Menschen, die bereit sind, neue Ideen aufzugreifen und umzusetzen. Die Berliner Konferenz lieferte dafür reichlich Stoff. Was die Teilnehmer daraus machen, entscheidet sich nun wieder im betrieblichen Alltag. Denn die Zukunft lässt sich nicht bestellen. Aber man kann sich auf sie vorbereiten.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle Referenten und Teilnehmer sowie an das Team vom Maritim Hotel Berlin, die alle ihren Anteil am Gelingen des Events hatten. Besonders danken wir der Crew von der Firma Broker, die uns auch in diesem Jahr wieder großartig unterstützt hat. Von der Veranstaltungstechnik über das gesamte Set-up bis hin zu den unzähligen großen und kleinen Dingen, die im Hintergrund zu erledigen sind: Auf Broker war jederzeit Verlass. Professionell, unkompliziert, mitdenkend und immer mit einer Lösung parat - so macht Zusammenarbeit Freude. Und während auf der Bühne über die Zukunft gesprochen wurde, sorgte Broker im Hintergrund dafür, dass in der Gegenwart alles bestens lief. Wir sehen uns alle wieder zu den bsw-Infotagen, die für den 4. und 5. März 2027 terminiert sind. 

Hier geht es zum Bilderalbum der bsw-Konferenz PLUS.